Centurion - Defender of Rome



Review:

Es ist das Jahr 400 nach der Gründung Roms und ein junger römischer Zenturio und seine Legion haben ihr Lager an den Ufern des Tibers aufgeschlagen. Sie erwarten Befehle ...

Hört sich krass an oder? Das moderne Publikum hält sicherlich nicht viel von diesem kleinen Spiel, welches aus einer unschuldigen Vergangenheit der Spielegeschichte kommt. Aber gebt dem Kaiser was des Kaisers ist, so war Centurion - Defender of Rome  für seine Zeit einfach der Hit. Naja, ich muss zugeben, dass, nachdem das Strategiegenre erwachsen geworden ist, dieses Spiel ein besseres Strategiespiel hätte sein können. Dennoch war es damals eine Wucht es zu spielen und ist es immer noch; nur nicht für endlose Tage wie andere tiefgehende Spiele.

Also, was ist so cool an diesem Spiel? Wahrscheinlich stehen die Schlachten bei jedem auf Platz 1 auf der Liste. Zur damaligen Zeit kam Taktik relativ selten in Spielen vor (sogar in Kriegsspielen, von den die Meisten strategisch waren), und es dauerte lange bis dieses ein gebräuchliches Spielelement in Videospielen wurde. Nebenbei bemerkt ist in Centurion die Darstellung sehr nett gemacht: die Armeen sind animiert und war für seine Zeit sehr beeindruckend.

Das Kampfsystem ist nach heutigem Standard natürlich recht simpel aber basierend auf einigen wenigen Elementen auch sehr gut. Man erteilt vordefinierte Befehle für die Formationen und die Taktiken doch außer gegen die schwächsten Gegner - und auch wenn man Verluste nicht hinnehmen möchte - muss man ansonsten in jeder Minute neue Befehle für einzelne Verbände an kritischen Punkten der Karte erteilen (das Kampfgeschehen pausiert wenn man Befehle gibt). Die Startformationen sind begrenzt und lassen sich nicht abändern aber das stimmt eigentlich auch mit der römischen Kriegsführung überein, die Standards vorgab, wie man eine Armee für eine Feldschlacht aufstellt und dabei die akute Situation außer Acht ließen (was auch dazu führte, dass sie mit Hannibal vor Zama nicht zurecht kamen).

Die Truppen bewegen sich nur so schnell wie sie können und daher muss man die Schlachtsituation für die Offensive und die Defensive vorausschauend angehen. Man muss planen wie man den Feind flankiert und wie man die eigenen Flanken absichert: ein einzelner Truppenverband kann verheerenden Schaden anrichten - und die Schlacht entscheiden - wenn die Gegner falsch agieren oder nicht rechtzeitig unterstützt werden. Aber es geht nicht so verrückt zu wie z.B. in Age of Empires: Formationen sind nicht undurchdringlich - sie können sogar durch Konzentration überlegener Kampfkraft durchbrochen werden.

Aufgrund der bemerkenswerten Genauigkeit dieser (sehr einfachen) Simulation, sind die resultierenden Schlachten eigentlich sehr ähnlich zu den denen, die in der Antike ausgefochten wurden: zwei gegnerische Linien solider Infanterie in einer hauptsächlich passiven Rolle stehen sich gegenüber, mobile Einheiten auf beiden Seiten, Flanken absichern und die gegnerischen attackieren, mit einem einzigem Befehl in den Untergang marschieren oder durch überlegene Stoßkraft oder Wendigkeit siegen. (Karthago benutzte Kriegselefanten, die niemals eine Schlacht gewannen aber dennoch ein heikles Problem für die Römer darstellten.)

Einige Details findet man in keinem anderen Taktikspiel und sind gut umgesetzt. Zum Beispiel Moral: fast besiegte Truppenverbände werden die Flucht ergreifen - können aber noch getötet werden. Weiterhin kann man die gegnerische Schlachtformation erst sehen wenn man seine eigene aufgestellt hat und man weiß auch erst was der Gegner für eine Taktik hat wenn man sich für die eigenen Eröffnungszüge entschieden hat und die Schlacht beginnt. (Der Gegner unterliegt denselben Bestimmungen, er reagiert nicht auf Euren Entscheidungen - auch wenn es so aussieht.)

Leider gibt es ein paar Einschränkungen die eine echte Kriegssimulation nicht zulassen aber das ist wahrscheinlich aufgrund der damaligen Hardwarebeschränkungen so. Beispielsweise kann ein Truppenverband nur in vier Richtungen zwischen separaten Punkten bewegt werden (unsichtbare Quadrate in denen das Schlachtfeld aufgeteilt ist). Auch kann man nicht mehr als eine Legion in den Kampf schicken; eine sehr bedeutende Einschränkung, da man nicht mehr dazukaufen kann auch wenn man die Ressourcen dafür hat. (Man kann jedoch einen Gegner besiegen, indem man ihn mehrmals mit unterschiedlichen Legionen nacheinander in verschiedenen Schlachten angreift - was wiederum heißt, dass man alle bis auf die Letzte verliert.)

In Seeschlachten kommandiert man das Flaggschiff gegen das gegnerische und je nachdem wie das ausgeht, bestimmt es den Rest der Schlacht, was andererseits wieder davon abhängt wessen Flotte größer ist. Also befehligt man hier keine ganze Flotte, wie man das bei den Armeen auf Land macht.

Ein weiterer großer Pluspunkt des Spiels ist die Musik. Lediglich eine einfache Hintergrundmelodie für jede Situation aber sehr atmosphärisch, passend und episch. Auf der anderen Seite gibt es jedoch so gut wie keine Soundeffekte, da die Hardware zu der zeit nicht mehr konnte.

Der Rest des Spiels dreht sich um das Verwalten der eigenen Armeen und Flottenverbände, diese strategisch zu verteilen, ein bisschen um das Verwalten der Provinzen, die kurzen diplomatischen Verhandlungen sobald man gegnerisches Terrain betritt und nicht zuletzt um Wagenrennen und Gladiatorenspiele. Diplomatie ist eine extrem schwache Komponente dieses Spiels, was sehr schade ist. Es endet fast immer mit zwei Optionen: Wegrennen oder kämpfen. Nach gewisser Zeit sind einige Nationen zwar dazu bereit sich freiwillig okkupieren zu lassen. Aber eigentlich ist es sinnlos und man muss wie in einem Adventure die richtigen Dialogentscheidungen treffen; dennoch wirkt es sehr zufällig.

Wagenrennen sind die bildhaft hübschesten Elemente im Spiel und, man glaubt es kaum, das Wetten darauf kann zur wichtigsten Einnahmequelle werden (man kann nur eins pro Jahr anordnen und auch nur in Rom). Man fährt seinen eigenen Streitwagen und wenn man das Prinzip einmal raus hat, ist das Gewinnen in den niedrigen Schwierigkeitslevel vorprogrammiert; und das führt dann irgendwann dazu, dass man in jeder Runde Wagenrennen spielt um an Geld für die eigenen Kriege zu kommen. 

Zusammenfassend kann man sagen, handelt es sich hierbei um ein seichtes Strategiespiel, welches um eine großartige Kriegssimulation gebaut wurde, zusammen mit verschiedenen Mini-Games nach alter Tradition. Nichtsdestotrotz denke ich persönlich, dass das Resultat ein fantastisches Spiel ist, welches einen Platz als Klassiker verdient hat, zugegeben nicht perfekt aber es macht verdammt viel Spaß. Es gehört sicherlich zu den Spielen, die davon profitieren könnten, würde man sie nochmal neu auflegen. Aber mit Rome Total War, was ziemlich genau das ist, wäre das Thema auch gegessen.

Nach einer Weile wiederholen sich die Schlachten und die einzige Abwechslung die bleibt, ist es den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen. Also erwartet nicht, dass Centurion euch für Tage unterhält. Dennoch ist es perfekt um schnell ein bisschen Spaß zu haben ohne in einem ewig langen Strategiespiel festzuhängen.


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